Nachgefragt bei… Ingrid Hentzschel (NRW.BANK)

Der neue Kapitalkompass.NRW liefert einen wertvollen Überblick, darunter auch die Angebote der NRW.BANK für Startups. Wir haben bei Ingrid Hentzschel (Leiterin Hausbanken- und Fördernehmerberatung) konkreter nachgefragt.

Mediennetzwerk.NRW: Sie bieten jungen Unternehmen Darlehen – den NRW.BANK.Gründungskredit. Steht dieser auch Unternehmen aus der Medienbranche zur Verfügung?

Ingrid Hentzschel: Unser NRW.BANK.Gründungskredit ist ein Allrounder und steht auch der Medienbranche zur Verfügung. Unternehmensgründer können ihn für so ziemlich alles nutzen, was beim Start eines neuen Unternehmens Geld kostet, zum Beispiel neue digitale Geräte, Entwicklungs- oder auch Personalkosten. Dabei geht es um Summen bis zu 10 Millionen Euro. Interessant für Existenzgründer und junge Unternehmen sind neben dem niedrigen Zinssatz vor allem die bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahre.

Mediennetzwerk.NRW: Gibt es bestimmte Fristen, zu denen ein Kredit beantragt werden muss?

Ingrid Hentzschel: Es gibt keine Stichtage zur Einreichung eines Kreditantrages. Der Kredit kann jederzeit über die Hausbank des Unternehmens beantragt werden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass der Gründer vor dem Beginn seines Vorhabens das Gespräch mit seiner Hausbank sucht. Diese ist erste Ansprechpartnerin des Unternehmers in allen Finanzfragen. Wenn die Hausbank das Vorhaben begleiten will, reicht sie den Antrag auf Förderdarlehen bei uns ein und zahlt das Darlehen dann auch aus. Die Bewilligung dieses Antrages dauert oft nur wenige Tage. Mit vielen Hausbanken kommunizieren wir online, sodass der Antrag für den NRW.BANK.Gründungskredit auf Knopfdruck bei uns im Haus ist. Wenn es um zinsverbilligte Förderkredite geht, reden wir von Bewilligungszeiten von maximal zwei Tagen.

Mediennetzwerk.NRW: Gibt es für junge Unternehmen weitere Förderprogramme?

Ingrid Hentzschel: Ja, beispielsweise das Programm NRW.BANK.Digitalisierung und Innovation, das für Unternehmen ab zwei Jahren Geschäftstätigkeit beantragt werden kann – ein Förderangebot speziell für Digitalisierungsmaßnahmen, digitale Geschäftsmodelle und Innovationen. Nicht immer sind aber Kredite möglich, denn wenn ein junges Unternehmen startet, sind oftmals keine Sicherheiten vorhanden und es fehlt an Eigenkapital. Aber auch hier kann die NRW.BANK helfen. Das Programm NRW.SeedCap beispielsweise fokussiert sich auf digitale Start-ups – gerade auch für Medien-Start-ups mit Fokus auf AR und XR ist es prädestiniert. Besonderheit dabei: die NRW.BANK stellt gemeinsam mit einem Business Angel in gleicher Höhe Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel zur Verfügung. Das Unternehmen profitiert dabei nicht nur von der Finanzspritze, sondern auch von Know-How und Netzwerk des Business Angels.

Mediennetzwerk.NRW: Vor allem im Bereich der digitalen Medien tätige Unternehmen beschränken sich nicht nur auf NRW und Deutschland, sondern kooperieren europa- oder sogar weltweit. Welche Unterstützung können diese Unternehmen von der NRW.BANK erhalten?

Ingrid Hentzschel: Unser Team der EU- und Außenwirtschaftsförderung berät sie gerne zu Förder- und Finanzierungsprogrammen im Zielland und identifiziert für sie passende europäische und nationale Zuschussprogramme für Kooperationsprojekte mit ausländischen Partnern. Als Mitglied im weltweiten Netzwerk „Enterprise Europe Network“ haben wir zudem die Möglichkeit, den Unternehmen potentielle Geschäfts- und Projektpartner in ca. 65 Ländern zu vermitteln. Dies geschieht beispielsweise während der von uns in Zusammenarbeit mit anderen Netzwerkpartnern organisierten jährlichen Kooperationsbörse „gamesmatch“ auf der Messe „gamescom“ oder den direkten Austausch mit Vertretern der Kreativwirtschaft in den anderen Ländern.

Mediennetzwerk.NRW: Haben Sie noch allgemeine Hinweise für unsere meist kreativen, aber vielleicht nicht antragserfahrenen Medienmacher im Netzwerk?

Ingrid Hentzschel: Niemand muss den Weg in die Selbstständigkeit ganz alleine gehen. Ich empfehle jedem Gründer, sich Unterstützung von erfahrenen Beratern zu holen. An 75 Standorten gibt es die STARTERCENTER NRW, die auch spezielle Schulungen anbieten. Gold wert ist ein großes Netzwerk an Kontakten. Diese kann sich jeder aufbauen, beispielsweise bei Start-up-Stammtischen oder Unternehmervereinigungen. Für alle Gründer und Unternehmen bietet die NRW.BANK eine umfassende Förderberatung an: beispielsweise bei regelmäßigen Beratertagen gemeinsam mit Netzwerkpartnern in den Regionen, wie den Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern in NRW. Sie gibt aber auch ganz persönlich im bilateralen Gespräch Tipps und Hinweise zu Businessplan und Bankgespräch. Unser gesamtes Beratungsangebot inklusive Kontaktstellen finden Gründer und Unternehmen auf unserer Homepage unter www.nrwbank.de/foerderberatung.


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